Aufgrund dessen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als ein Drittel der Rückersdorfer Bevölkerung katholisch war und man zu den Gottesdiensten in die benachbarte St. Bonifaz-Kirche nach Röthenbach gehen musste, ergriff Karl Schwab, der 1948 der erste katholische Gemeinderat Rückersdorfs wurde, die Initiative und setzte sich für eine eigene katholische Gemeinde in Rückersdorf ein.
Bereits 1951 wurde mit der Suche nach einem Grundstück begonnen. Mit der Genehmigung des damaligen Erzbischofs von Bamberg, Dr. Josef Schneider, wurde 1960 ein 12.400 qm großes Gelände erworben. Dies geschah am 12. September 1960 durch die Kirchenstiftung St. Bonifaz Röthenbach.
Schon bald sollte hier eine eigene Kirche für Rückersdorf entstehen. Bereits im Jahre 1962 wurde am 15. August, auf dem Kirchengelände der erste Gottesdienst, allerdings noch unter freiem Himmel gefeiert. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Männergesangsvereins Rückersdorf. Im Zuge dessen wurde ein Serenadenplatz auf einem Teil des Grundstücks angelegt. Dieser Platz wird seit jeher für festliche Veranstaltungen wie Konzerte oder Krippenspiele im Advent genutzt. Damals hielt Stadtpfarrer Pinzel aus Röthenbach den Gottesdienst – für viele Rückersdorfer Katholiken war der erste katholische Gottesdienst auf dem neuen Kirchengelände eine große Stunde. Am 27. Mai 1964 wurde dann die kanonische Einrichtung der Filialkirchenstiftung St. Martin, Rückerdorf durchgeführt.
Am 17. Dezember 1967 war die Kirche fertig gestellt und wurde nun von Weihbischof Martin Wiesend geweiht. Dieser bezeichnete die Kirche in seiner Ansprache „in ihrem Stil sehr gelungen“.
Die neue Pfarrkirche wurde zum Mittelpunkt der Gemeinde. Kirchenrechtlich war diese jedoch noch nicht selbstständig, denn sie war eine Filialkirche von St. Bonifaz in Röthenbach. Die Seelsorge übernahmen die Kapläne aus Röthenbach. Aber trotz Platzmangels blühte die Gemeinde auf, es wurden beispielsweise improvisiert die Kellerräume für Aktivitäten wie Ministrantengruppen, Mädchengruppen, Altenklub et cetera genutzt.
Im Jahr 1971 erhielt Andreas Röckelein in der Stellung des Kaplans von Röthenbach den Seelsorgeauftrag für die katholische Gemeinde Rückersdorf. Folglich wurde St. Martin am 1. Januar 1974 zur Pfarrei erhoben und Andreas Röckelein wurde der erste Pfarrer der Kirchengemeinde St. Martin Rückersdorf. 1975 wurde noch das Pfarrhaus mit Gemeindezentrum errichtet, dort war nun genug Platz für die Gemeinde, all die vielfältigen Aktivitäten in einem neuen kirchlichen Zentrum auszuleben.